Neu im Rat: Ruth Pfister-Murbach

Ruth Pfister-Murbach ist seit Anfang 2018 Ratsmitglied des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes. Sie ist damit Teil des siebenköpfigen Gremiums, das die strategische Leitung der Reformierten auf nationaler Stufe hat. Es wäre eine „Freude und Ehre, wenn ich einen Beitrag für unsere Reformierten Kirchen leisten dürfte“, hat sie kurz vor ihrer Wahl im Sommer letzten Jahres gesagt. Ein Gespräch über Versicherungen und Kirchen, Pippi Langstrumpf und Crèmeschnitten.

Seit vielen Jahren hat Ruth Pfister-Murbach verschiedene Funktionen in der Kirchgemeinde Amriswil-Sommeri und dann im Kirchenrat der Evangelischen Landeskirche im Kanton Thurgau übernommen. Dort führt sie das Ressort „Kirche, Kind und Jugend“ und seit 2016 das Vizepräsidium. „Es ist mir ein Anliegen, dass unsere christlichen Werte und das Evangelium heute und auch in der Zukunft in der Bevölkerung bekannt, gelebt und Orientierung sind“, sagt Pfister-Murbach. In einer immer schneller funktionierenden Welt, in der man dauernd online sein müsse, brauche es die christlichen Kirchen, „die wachsam, volksnah, realistisch und doch standfest unsere frohe Botschaft und Werte verkünden“.

Sie sehe sich als Vertretung der Laien und der Bevölkerung „und es ist mir ein Anliegen, dass unsere Arbeit nahe bei den Kirchbürgerinnen und Kirchbürgern ist“, betont die Thurgauerin, die beruflich seit 1987 in der Versicherungsbranche aktiv war. Eine spannende Kombination und Grund genug für den folgenden Fragebogen, um Ruth Pfister-Murbach ein wenig kennenzulernen.

Wieso der Weg in die Versicherungsbranche?

Das war vor ca. 33 Jahren ein wirklich glücklicher Zufall, vor allem weil ich auch später bei der Arbeit meinen Mann kennen lernte.

Was führte Sie zur Kirche?

Die Sonntagsschule. Als Kind der Besuch der Sonntagsschule und viele Jahre später ihr Erteilen.

Wo dauern Sitzungen länger? Bei der Versicherung oder bei der Kirche?

Dort wo es die bessere Verpflegung gibt (lacht). Aber ernsthaft: Die Dauer und Qualität der Sitzung steht und fällt mit den Beteiligten und der Sitzungsleitung – also unabhängig ob „Kirche oder Versicherung“.

Welches ist der grösste Unterschied zwischen Versicherung und Kirche?

Bei der Versicherung bezahlen wir für die Sicherheit und die Leistungen. Gottes Segen, Gnade und Beistand ist gratis und doch auch unbezahlbar.

Welche Fusion ist wahrscheinlicher – die zweier grosser Versicherungsgesellschaften oder die zweier grosser Kirchen?

Versicherungsfusionen gibt es immer wieder, deshalb sind sie wohl auch in Zukunft wahrscheinlicher.

Was ist komplizierter – Kirchenrecht oder Versicherungsrecht?

Das Versicherungsrecht ist viel umfangreicher und komplizierter – vor allem wenn ich an das Haftpflichtrecht oder das Sozialversicherungsrecht denke…

Was ist für Sie das grösste Glück?

Dankbarkeit und Zufriedenheit.

Das grösste Unglück?

Menschen, die ich liebe, leiden zu sehen.

Welche Fehler können Sie nicht verzeihen?

Verzeihen sollte man ja immer. Vergessen ist schon schwieriger…

Wann haben Sie sich zuletzt selbst gegoogelt?

Nachdem mein Sohn erzählte, dass seine Klassenkameraden mich in der Schule googelten.

Welche Eigenschaft schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Ehrlichkeit, Natürlichkeit und Empathie.

Welche der sieben Todsünden wird überschätzt?

Diese Frage kann ich so allgemein nicht beantworten. Viel wichtiger ist mir das Angebot von Jesus, unsere Sünden zu vergeben, wenn wir ihn aufrichtig darum bitten.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Ich brauche viel Bewegung – deshalb langlaufen, skifahren, wandern, biken, joggen, spazieren.

Mit welcher literarischen Figur können Sie sich identifizieren?

Als Kind identifizierte ich mich mit Pippi Langstrumpf (lacht).

Welchen Lebenstraum haben Sie?

Glücklich, zufrieden und dankbar zu leben – was auch immer kommt.

Wofür haben Sie sich zuletzt entschuldigt?

Heute Nachmittag, als ich im Bus aus Versehen eine Person anrempelte.

Was macht Sie nervös?

Interviews.

Worauf können Sie verzichten?

Torten und Crèmeschnitten.

Was lesen Sie im Moment?

Quo vadis von Henryk Sienkiewicz.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Das Harfenspiel ohne lernen und üben beherrschen zu können.

Wie möchten Sie sterben?

Schmerzlos und im Reinen mit meinen Nächsten.

Und dann?

Vertraue ich auf das ewige Leben bei unserem himmlischen Vater.